In früheren Zeiten lautete die Devise: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt. Und anders war das damals auch nicht möglich. Das Essen musste schmecken und nahrhaft sein. Daran haben sich die Bremer bis heute gehalten. Die Menschen waren damals mit leckeren Gerichten ebenso erfinderisch wie heute. Viele dieser Gerichte haben sich bis heute durchgesetzt und werden von den Bremern noch gerne gegessen. Zugegeben: Die Norddeutschen haben manchmal für ihre Gerichte seltsame Namen wie etwa „Knipp“. Uneingeweihte können sich meist nichts darunter vorstellen.

Knipp — ein deftiges Essen mit Tradition

Die Grützwurst ist der Pinkelwurst ein bisschen ähnlich. Sie ist eine Zusammensetzung aus Hafergrütze, Brühe und Schweine- und Rindfleischmix. Kommt sie auf den Tisch, wird sie vorher kross gebraten und dazu gibt es Brot oder Bratkartoffeln mit sauren Gurken und Apfelmus. Vielleicht ist Knipp nicht für jeden geeignet, aber wer es einmal gekostet hat, lässt sich gerne vom Gegenteil überzeugen. Besonders an den kalten Tagen schwören die Norddeutschen auf diese deftige Kost. Und wem das Essen zu gepfeffert ist, der kann anschließend mit den richtigen Fitnesstipps seinen Körper wieder ins Gleichgewicht bringen. Es gibt kaum einen Bremer Bürger, der dieses Gericht nicht mag. Nach „Omas“ Rezept hergestellt, gelingt Knipp am besten. Und wer die Grützwurst nicht selbst herstellen will, der holt sie sich beim Metzger. Dort wird sie als geräucherte Wurst in Papierhüllen abgefüllt und gut gekühlt verkauft.

Knipp heute und früher

Das Gericht hat sich von damals zu heute nicht wesentlich verändert. Schon immer wurde es aus Hafergrütze und einem Mix aus Rind- und Schweinefleisch gefertigt. In den Zwanzigerjahren wurde Knipp in vielen Städten von der Armenspeisung angeboten. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg galt das Gericht als Arme-Leute-Essen. Knipp wurde schon immer serviert und ist heutzutage der Renner in vielen Gaststätten. Auch die fleißige Hausfrau bewirtet gern Familie und Gäste damit.